Frauen in der Landwirtschaft

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Neues aus den Living Labs und unsere Vorbereitungen für 2026

Das letzte halbe Jahr war geprägt von Vernetzung und Austausch: von Landwirtin zu Landwirtin, von Forschenden zu Forschenden, aber auch von der Betriebsleiterin zur Öffentlichkeit.

Austausch unter Praktikerinnen: die Living Labs

In unseren Living Labs haben sich die Anliegen der Betriebsleiterinnen konkretisiert und finalisiert.
So wurden Merkblätter erarbeitet, welche Betriebsleiterinnen und Praktikerinnen zu spezifischen Situationen, wie Mutterschaft oder Arbeiten als Paar auf einem Hof, Unterstützung bieten soll. Eine zweite Gruppe arbeitet an einem Netzwerk für Betriebsleiterinnen und daran, wie die Vernetzung unter Praktikerinnen über die Projektdauer hinweg aussehen könnte. Und in der dritten Gruppe wurden mögliche Rechtsformen der Betriebe im Detail geprüft und diskutiert.
Die Merkblätter werden nun grafisch aufgearbeitet und demnächst hier veröffentlicht.

Die Frauen treffen sich nun im Februar 2026 das letzte Mal im Rahmen dieses Projektes. Es hat sich aber bereits jetzt abgezeichnet: die Teilnehmerinnen fühlen sich durch das Projekt gestärkt. Während die Frauen in den ersten Treffen haderten mit ihrer Situation „ich weiss nicht, was ich bin. Ich bin nicht Bäuerin und ich bin nicht Landwirt. Vielleicht bin ich einfach eine Frau in der Landwirtschaft.“, gehen sie nun klarer und gestärkt weiter: „Das Treffen hier gibt mir viel. Ich habe ein Gesicht. Ich habe meine Rolle. Und ich bin endlich sichtbar in dieser Rolle.“

Austausch mit der Öffentlichkeit

Nicht nur in bäuerlichen Medien wurde über die Situation der Betriebsleiterinnen berichtet, sondern auch an kleineren Anlässen haben sich Praktikerinnen direkt mit der Öffentlichkeit ausgetauscht. So haben zum Beispiel an einem Samstag im Oktober zwei Teilnehmerinnen aus den Living Labs in einem Café in Schwyz von ihrem Alltag erzählt und sehr persönlich darüber berichtet, was es für sie heisst, eine Frau in der Landwirtschaft zu sein. Die anschliessende Diskussion mit den Besucher:innen war sehr bewegend und herzlich. Herzlichen Dank an dieser Stelle an fra-z für die Organisation und Durchführung dieses Anlasses.

Blick ins nahe Ausland

Im Sommer hat das Projektteam Besuch von der Universität Purpan aus Toulouse erhalten. In einem anregenden Austausch mit der Agronomin und Soziologin Chloe le Brun wurde die Situation der Frauen in der schweizerischen Landwirtschaft mit jener in Frankreich verglichen. Auch wenn die Grundstrukturen der Landwirtschafts-Systeme verschieden sind, scheinen die Bedürfnisse der Betriebsleiterinnen gleich zu sein. Der Wunsch nach mehr Akzeptanz in ihrer Rolle, Sichtbarkeit und einer Vernetzung unter Gleichgesinnten ist spürbar. Der Austausch mit Chloe le Brun war und bleibt sehr inspirierend für das Projekt und unterstreicht die Relevanz vom Austausch über die Landesgrenzen hinaus.

Ausblick

Das UNO-Jahr zum Thema internationale Jahr der Landwirtin steht kurz vor der Tür. Wir sind bereit und freudig darauf! Zusammen mit dem Bauernverband, dem Weltacker Zürich und weiteren Organisationen werden wir verschiedene Anlässe für Betriebsleiterinnen aber auch die Öffentlichkeit organisieren, welche sich mit der Rolle als Landwirtin beschäftigen.
Daten und weitere Infos dazu werden demnächst hier auf der Homepage aufgeschaltet.

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